Die meisten Fahrer reinigen ihren Innenraum entweder ein paar Mal im Jahr gründlich oder nie. Beides funktioniert nicht. Die Lösung ist eine Reihenfolge, die in 45 Minuten zu schaffen ist und vier bis sechs Wochen hält.
Vor dem Start: Werkzeuge
Du brauchst nicht viel. Was ich selbst benutze:
- Ein Innenraumreiniger-Spray (pH-neutral, kein Silikon, das Schlieren hinterlässt)
- Zwei Mikrofasertücher in unterschiedlichen Farben (eines für Auftrag, eines für Politur)
- Eine Eckenbürste für Lüftungsschlitze, Nähte und Ablagen
- Ein Staubsauger mit Fugendüse
Das ist alles. Tipp: Wenn das Auto nicht in Pollensaison oder nach Sandstrand-Besuch gereinigt wird, brauchst du keine Spezialprodukte.
Reihenfolge: oben nach unten, hinten nach vorn
1. Trockenes loswerden (5 min)
Türen weit auf. Mit der Eckenbürste durch alle Lüftungsschlitze, an den Nähten der Sitze entlang und durch die Spalten zwischen Konsole und Sitz. Dann mit dem Staubsauger einmal komplett durch.
Wichtig: Erst absaugen, dann nass arbeiten. Sonst verteilst du den Staub mit dem feuchten Tuch und es wird streifig.
2. Cockpit und Türverkleidungen (15 min)
Spray nicht direkt aufs Cockpit, sondern aufs Tuch. So vermeidest du, dass Reinigerflüssigkeit in elektrische Knöpfe oder Anzeigen läuft.
Reihenfolge:
- Dachhimmel-Verkleidung an Sonnenblenden und Innenleuchten
- A-Säulen
- Armaturenbrett (langsam, in einer Richtung)
- Lenkrad (Vorsicht bei Leder)
- Türverkleidungen oben nach unten
- Mittelkonsole
Nach jedem Bereich kurz mit dem zweiten, trockenen Tuch nachwischen. Das hebt restliche Feuchtigkeit auf und verhindert Schlieren bei direktem Sonnenlicht.
3. Sitze (10 min)
Stoff: Reiniger einsprühen, einmassieren, mit einer Bürste leicht aufbürsten, abwischen. Wenn ein Fleck nicht weichen will, nass aufnehmen, nochmal sprühen, zehn Minuten warten, abwischen.
Leder: Nur mildes pH-neutrales Mittel. Niemals Allzweckreiniger. Tuch leicht befeuchten, in kreisenden Bewegungen abwischen, sofort mit dem trockenen Tuch polieren.
4. Boden und Fußmatten (10 min)
Fußmatten raus. Erst gründlich aussaugen, dann den Boden darunter. Bei Stoff- oder Velourmatten: Reiniger einsprühen, einbürsten, abwischen. Bei Gummimatten: einfach außen abspritzen, trocknen lassen.
5. Scheiben innen (5 min)
Innenscheiben bilden den fiesesten Schmutzfilm überhaupt: Ausdünstung von Kunststoff, Nikotin (wenn jemand raucht), Hautfette. Dafür braucht es ein trockenes und ein leicht feuchtes Tuch.
Sprüh den Reiniger aufs feuchte Tuch, wisch in waagerechten Bewegungen, dann mit dem trockenen Tuch in senkrechten. So siehst du sofort, in welche Richtung Schlieren laufen, und kannst korrigieren.
Häufige Fehler
- Direktes Sprühen auf Elektronik: Display-Beschichtungen und Knöpfe vertragen keine Sprays.
- Allzweckreiniger auf Leder: Trocknet aus, kann Risse begünstigen.
- Glasreiniger mit Ammoniak auf getöntes Glas: Greift die Tönungsfolie an.
- Mit feuchtem Tuch ohne vorheriges Absaugen: Schmiert den Staub.
Wie oft?
Wer das Auto täglich nutzt: alle 4–6 Wochen reicht das Komplettprogramm. Zwischen den Komplettreinigungen einmal pro Woche eine Schnellreinigung (Cockpit abwischen, Boden absaugen, das wars). Wer das Auto nur am Wochenende fährt, kann das Ganze auf vierteljährlich strecken.
Mit was reinigen?
Wenn du nicht jedes Mittel einzeln kaufen willst: das Auto-Innenreinigungsset enthält Spray, zwei Mikrofasertücher und die Eckenbürste, die ich oben beschrieben habe. Reicht für etwa drei vollständige Reinigungen.